Freitag, 16. Februar 2018

Bitcoin und Ether/Ethereum - worin unterscheiden sie sich?

Bitcoin und Ether sind die beiden bekanntesten und verbreitetsten von inzwischen vielen Hundert Kryptowährungen. Bitcoin wurde 2009, Ether 2015 eingeführt.


Bitcoin und Ether sind beide dezentrale Währungen, es gibt bei beiden keine Zentralbank oder Mittler, denen man vertrauen muss. Die Sicherheit liefert die Blockchain-Technologie selbst - beim Bitcoin ist es die Bitcoin-Blockchain, bei Ether ist es die Ethereum-Blockchain-Plattform.

Beide Systeme sind öffentlich, man braucht keine Einladung oder Genehmigung von einer Institution, sondern Nutzer "kommunizieren" mit der Blockchain mittels einer Anwendungssoftware. Einmal gespeicherte Transaktionen kann niemand nachträglich verändern, denn sie werden verschlüsselt in aufeinander aufbauende Blöcke einer Blockkette geschrieben, die wiederum in Kopie auf vielen Rechnern in einem Peer-to-Peer-Netzwerk liegt.

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Bitcoin versus Ether/Ethereum

Die Bitcoin-Blockchain wird nur für die Währung Bitcoin genutzt und wurde nur dafür geschaffen. Bitcoin Miner ("Schürfer") schaffen neue Bitcoins, indem sie Transaktionen zu Blocks bündeln. Dafür müssen sie als Nachweis (Konsens-Algorithmus, Consensus Protocol) komplizierte Verschlüsselungsaufgaben lösen ("Proof of Work"), was große Rechnerleistung benötigt und viel Energie verbraucht - wofür der Bitcoin kritisiert wird.

Ethereum wurde nicht ausschließlich für die Währung Ether entwickelt, sondern ist eine offene Blockchain-Plattform und die Basis für viele völlig andere Projekte als die Ether-Währung,  beispielsweise
  • Vevue: Bitcoins mit Restaurant-/Hotelfotos verdienen, 
  • Etheria: virtuelle Welt, 
  • KYC-Chain: Identitätsverwaltung, 
  • 4G Capital: Zugang zu Kleinkrediten in Afrika, 
  • Eth-Tweet: Microblogging, 
  • WeiFund: Crowdfunding-Lösung, 
  • Ampliative Art: Künstlerplattform,
  • Bitnation (seit 2014 auf Ethereum): Open-Source Governance. 
Der Konsens-Prozess der Schürfer wird im Ethereum-System derzeit ebenfalls noch durch "Proof of Work" hergestellt, soll in Zukunft aber nach und nach durch ein Proof-of-Stake-System namens Casper ersetzt werden, welches weniger energieaufwendig sein soll. Bei "Proof of Stake" stecken als Validatoren bezeichnete Miner ihr Geld nicht in teure Rechner und Strom, sondern ins System. Machen sie beim Validieren Fehler, ist ihr "Pfand" futsch (Details bei Proof of Stake dank Casper: die Zukunft vom Ethereum).

Bei der Bitcoin-Blockchain ist die maximale Größe eines Blocks auf ein Megabyte begrenzt und die Währung stößt bereits an ihre Kapazitätsgrenzen. Bei Ether wächst die Größe der Blöcke automatisch.

Die Verarbeitung einer Transaktion in der Bitcoin-Blockchain dauert mehrere Minuten, die in der Ethereum-Blockchain nur einige Sekunden.

Im Gegensatz zur Bitcoin-Blockchain kann Ethereum eine Funktionalität namens "Smart Contracts" - das sind Computerprogramme, die vordefinierte Aufgaben ausführen, wenn eine bestimmte Situation eintritt. So könnte das System beispielsweise kontrollieren, ob vereinbarte Ratenzahlungen pünktlich erfolgen - und wenn nicht, ist ein gekauftes Objekt (vorübergehend) nicht mehr nutzbar. Währung, Kontrolle sowie eventuelle Konsequenzen bei Abweichungen vom Vertrag sind im System integriert.

Die Unterschiede zwischen Bitcoin und Ether im Überblick

Bitcoin Ether
virtuell und als Münzen nur virtuell
Bitcoin-Blockchain Ethereum-Blockchain-Plattform
keine "Smart Contracts" "Smart Contracts"
Proof of Work Proof of Work -> Proof of Stake
Blockgröße festgelegt Blockgröße mitwachsend
langsame Verarbeitung
der Transaktionen
schnellere Verarbeitung
der Transaktionen

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Dienstag, 7. Februar 2017

Geld verdienen mit Trump?

Donald Trump, der neue US-Präsident, zeigt viel Aktionismus. Umringt von anderen Männern in dunklen Anzügen, unterschreibt er an einem imposanten Schreibtisch vor goldenen Vorhängen täglich mit wichtiger Miene Dekrete, deren Inhalt er nicht immer kennt, wie inzwischen herauskam. Aber er inszeniert und kommentiert jede seiner Handlungen - und damit auch jeder begreift, wie wichtig er ist, und weil er kritische Medien ausschließen will, twittert er unter seinem Präsidenten-Account @POTUS, was er gerade denkt und wen oder welche Branche er wie für was bestrafen oder belohnen wird.

Stichworte aus Trump-Tweets

Einige Anleger nutzen seine Tweets wie Anlagetipps. Will er die Regeln für die heimischen Banken wieder lockern, die nach der letzten großen Finanz- und Wirtschaftskrise von Obama verschärft worden waren, setzen viele Anleger auf Bankaktien. Sagt er, er will eine Mauer zu Mexiko bauen und in Straßen im Land investieren, hilft das der amerikanischen Baubranche. Weil Trump den Klimawandel für eine Erfindung der Chinesen hält und er wieder verstärkt Öl, Gas und Kohle fördern will, stiegen die Energietitel.

Kann man also leicht Geld verdienen, indem man entsprechend der Trump-Tweets Wertpapiere kauft und verkauft?

Für Trader, die sehr kurzfristig spekulieren, sind seine Tweets möglicherweise als Ideengeber von Interesse - wer es schafft, jeweils vor der Masse Wertpapiere günstig zu kaufen und vor dem Abflauen des Trends oder bevor ein Gericht oder andere Widerstände Trump in die Schranken weisen, teurer wieder zu verkaufen, mag den ein oder anderen Gewinn erzielen - das Risiko ist aber wie immer beim Daytrading extrem hoch.

Wer aber langfristig anlegt und nach guten Investments sucht, sollte die Ankündigungen zwar auch zur Kenntnis nehmen und sich eine Meinung zum neuen Präsidenten der USA bilden, aber er sollte jede einzelne daraus resultierende Anlageidee sehr genau prüfen und sich beispielsweise folgende Gedanken machen:
  • Wie wahrscheinlich ist es, dass Trump mit seinem Vorhaben durchkommt?
  • Wie wahrscheinlich ist es, dass seine Maßnahmen den von ihm gewünschten Effekt haben werden - und wenn nicht, wie schnell wird es sich zeigen? 
  • Welche anderen Parameter spielen dabei eine Rolle? Beispielsweise:
    • Muss die Steuergesetzgebung für die Umsetzung verändert werden und wie viel Widerstand wird es geben? 
    • Kann/muss er für die Umsetzung die eigentlichen Aufgaben der Finanzaufsichtsbehörde aushebeln und wie viel Widerstand wird es dagegen geben? 
    • Welchen Einfluss haben diese und andere seiner Maßnahmen auf die Stärke des Dollars und damit auf die eigene Wirtschaft (Exportchancen) sowie die Währungen und die Wirtschaft aller Länder der ganzen Welt?
    • Welche sonstigen Nebenwirkungen sind zu befürchten?
  • Passt die Anlageidee überhaupt zur eigenen Anlagestrategie und zur persönlichen Ethik sowie Nachhaltigkeitsansprüchen
Eines kann man wohl nach der kurzen Amtszeit von Donald Trump sagen: Er wird zwar versuchen, seine Wahlversprechen und andere Ankündigungen möglichst schnell wahr zu machen, allerdings wirken seine Ziele beziehungsweise die Umsetzung dieser Ziele nicht unbedingt durchdacht, nicht unbedingt verfassungsgemäß, nicht ausgearbeitet und nicht abgesprochen. Er versucht, alleine per Dekrete zu regieren, aber wurde inzwischen bereits von Bundesstaaten verklagt und von Gerichten zurechtgewiesen, die er dann wiederum öffentlich für ihre Entscheidungen kritisiert - was auch "normalen" Republikanern missfällt. Medien, die ihn kritisieren oder für ihn unangenehme Tatsachen publizieren, beschuldigt er, Fake News zu verbreiten und seine Position Unterstützendes zu verschweigen, ohne Belege für seine angeblichen Erfolge oder die von ihm unterstellten Missetaten/Fehlentwicklungen anderer zu haben. Ihm und seinem Team wurde dagegen die Verbreitung "alternativer Fakten" anhand von Bildern, Zeugen und Statistiken nachgewiesen. Er hatte beispielsweise behauptet, es gab noch nie so hohe Besucherzahlen bei einer Vereidigung und die Sonne hätte geschienen. An die Fakten hält er sich auch nicht bei seinen Behauptungen über andere, beispielsweise die angebliche Kriminalität durch Migranten in Schweden.

Wegen seiner (tatsächlichen oder taktisch eingesetzen) "Unprofessionalität", seiner Sprunghaftigkeit, wegen einigen seiner Berater, die vom äußersten rechten Rand stammen, wegen seiner undemokratischen Einstellung/Vorgehensweise (Gewaltenteilung und anderes aus der amerikanischen Verfassung scheinen ihm unbekannte oder zu ignorierende Konzepte zu sein) weht ihm nicht nur der Widerstand der Opposition entgegen, sondern auch der von verfassungsmäßigen staatlichen Organen, von seinen eigenen Parteigenossen (Republikaner), von wichtigen Vertretern der Wirtschaft, von Universitäten, Bürgerrechtlern, Juristenvereinigungen und anderen Gruppen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich der Widerstand zu einer geschlossenen Front entwickelt.

Politische Börsen haben kurze Beine, ist ein bekannter Börsenspruch. Was die Börsen nach der Wahl in den USA antrieb, wurde von einigen als Trump-Euphorie gedeutet (beispielsweise wegen des angekündigten Investitionsprogramms). Allerdings steigt die Börse fast immer, wenn sich die Lage nach einer Zeit der Ungewissheit klärt, und ein Wahlergebnis beendet normalerweise die Ungewissheit - wenn auch nicht wirklich im Fall Trump. Und eigentlich gibt es fast jedes Jahr eine Jahresendrallye an den Börsen, die manchmal sogar bis weit ins nächste Jahr reicht. Und wegen der niedrigen Zinsen und fehlender Alternativen sind Aktien derzeit besonders gefragt. Daher finde ich es eher auffällig, dass sich der Dow Jones schon seit Mitte Dezember eher seitlich bewegt (Stand 7.02.2017).

Wir sind alle keine Hellseher. Mit anderen Worten: Langfristige Prognosen zu den Auswirkungen von Trump's Politik auf einzelne Wertpapiere sind nicht möglich. Als mittel- bis langfristiger Investor sollte man daher bei jeder Investitionsentscheidung unbedingt auch die Fundamentaldaten und den gesunden Menschenverstand zur Bewertung heranziehen.

Welche Meinung haben Sie zu dem Thema? Haben Sie andere Beobachtungen und Erfahrungen gemacht?
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Montag, 10. Oktober 2016

Geld verdienen mit dem Bitcoin

Aktualisiert am 28.01.2018
Bitcoin ist inzwischen eine recht verbreitete digitale Währung (Kryptowährung). Sie wird im Gegensatz zu Euro, US-Dollar und anderen Länderwährungen nicht von einer Regierung oder Zentralbank herausgegeben. In manchen Online-Shops kann man mit Bitcoin bezahlen und man kann Bitcoin direkt Peer-zu-Peer überweisen - das Besondere: Man hat geringe bis keine Transaktionskosten. Aber kann man als Anleger mit dem Bitcoin auch Geld verdienen? Und wie sicher ist das?

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Da der Bitcoin - wie andere Währungen, Gold und Wertpapiere - Preisveränderungen unterliegt, kann man Bitcoin kaufen (in "Bitcoin-Wechselstuben"), darauf hoffen, dass die Währung immer populärer wird und der Preis steigt, so dass man ihn später teurer verkaufen kann. Wenn man sich den bisherigen Kursverlauf anschaut, sieht man, dass der Kurs zwar viel höher ist als ganz zu Anfang bei der Ausgabe, aber auch, dass er extremen Schwankungen unterliegt - was aber auch bei manchen anderen Währungen, bei Gold sowie manchen Wertpapieren vorkommt.

Bitcoin-Kurs (Bitcoin/Euro)

BTC/EUR (Bitcoin / Euro) Währung Chart
Kursanbieter: Bitcoin.de


Der Bitcoin birgt also Chancen für Gewinne aber auch Risiken für Verluste. Wie erfolgreich man als Anleger ist, hängt vom Einstiegszeitpunkt, der nicht sicher vorhersehbaren Entwicklung und vom Ausstiegszeitpunkt ab. Deshalb kann man interessierten Anlegern nur dazu raten, Bitcoin nur als kleinen Bestandteil einer diversifizierten Geldanlage zu kaufen - wenn man denn unbedingt auf den Bitcoin setzen oder ihn aus einem anderen Grund besitzen möchte. Man kann nur davor warnen, das ganze Ersparte zu riskieren.

Eine weitere Möglichkeit, mit Bitcoin Geld zu verdienen, ist, ihn gegen mehr oder weniger hohe Zinsen Peer-to-Peer zu verleihen. Das geht über die Kreditplattform BitBond. Wie risikoreich das ist, hängt vom jeweiligen Kreditnehmer ab. Bei Krediten gilt aber grundsätzlich: Je mehr Zinsen jemand bereit ist, zu zahlen, desto weniger kreditwürdig ist er/sie für Banken (denn freiwillig zahlt niemand mehr Zinsen als er/sie muss) und desto höher ist das Risiko des Kreditgebers. Auch diese Art der "Investition" sollte nur einen kleinen Teil einer diversifizierten Geldanlage ausmachen, um das Risiko zu kontrollieren - wenn man denn überhaupt spekulativ unterwegs sein möchte.

Ebenfalls viel Vorsicht ist geboten, wenn man in Neuausgaben ("Initial Coin Offerings") neuer (alternativer), digitaler Währungen investiert - und beispielsweise als Gegenleistung einen Anteil an einem Projekt erhält, denn hier sind leider auch schwarze Schafe unterwegs.

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Hinweis:
Auch wenn die Blockchain-Technologie der Kryptowährungen innerhalb der jeweiligen Systeme selbst für Sicherheit und Transparenz sorgt, ist man mit einer Kryptowährung nicht vor Kriminellen sicher, die beispielsweise versuchen, über Phishing und korrumpierte Online-Seed-Generatoren die privaten Schlüssel der virtuellen Geldbörsen (Wallets) auszuspionieren.

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Samstag, 18. Juni 2016

Verhinderung der Marktmanipulation - die neue Marktmissbrauchsverordnung und die neue Marktmissbrauchsrichtlinie treten in Kraft

Wichtig vor allem für Trader

Kapitalmarktrecht - Werbelink zu Amazon.deSchon 2014 wurden die neue Marktmissbrauchsverordnung und die neue Marktmissbrauchsrichtlinie beschlossen, aber erst ab 3.7.2016 treten sie in Kraft. Sie sollen vor allem mit verstärkter Kontrolle und härteren Strafen dazu beitragen, die Marktmanipulation europaweit zu stoppen und die Anleger zu schützen.

Was ist neu:
  1. Prüfungspflicht der Banken (Marktmissbrauchsverordnung)
    Banken müssen Regelungen, Systeme und Verfahren zur Aufdeckung von Marktmanipulationen schaffen. Das heißt, sie müssen aktiv das Verhalten ihrer Kunden überwachen (vermutlich per Software) und verdächtige Transaktionen herausfiltern. Wenn sich dann bei der Prüfung durch einen Menschen, beispielsweise eines Bankangestellten, der Verdacht erhärtet, muss die Bank die Marktmanipulation an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) melden - das nennt sich Verdachtsanzeige. Die BaFin überprüft die Verdachtsanzeige und gibt den Fall dann zur weiteren Ermittlung an die Staatsanwaltschaft. Der Verdächtige erfährt als letzter davon.

    Kommen Banken ihrer Prüfungsverpflichtung nicht nach, bekommen sie selbst Probleme. Deshalb werden sie sich im Zweifel für die Verdachtsanzeige entscheiden!

    Jede Art von Transaktion bei jeder Art von Finanzinstrument ist betroffen.
  2. Härtere Sanktionen (Marktmissbrauchrichtlinie)
    Bei gewerblicher Handelstätigkeit (beispielsweise von berufsmäßigen Tradern) und bei vorsätzlicher Tathandlung beträgt das Strafmaß in besonders schweren Fällen mindestens 1 bis maximal 10 Jahre Haft (vorher maximal 5 Jahre oder Geldstrafe) oder bei leichtfertigen Verstößen von Einzelpersonen ein Bußgeld bis 5 Millionen Euro (vorher bis zu 1 Millionen), bei Konzernen ist das Bußgeld abhängig vom Konzernumsatz.

    Weitere mögliche Folgen beispielsweise für einen der Manipulation beschuldigten und dann überführten Trader sind die Vorteilsabschöpfung (der Staat bekommt das Geld, zur Absicherung wird möglicherweise das Konto sofort gepfändet), ein Berufsverbot sowie die Kündigung durch die Bank. Auch Sanktionen der Börsen sind nicht auszuschließen.

    Wichtig: Schon der Versuch ist strafbar (Versuchsstrafbarkeit).

     Als Trader sollte man unbedingt sein eigenes Verhalten überprüfen. Nicht erlaubt sind
    • Bluffen
      durch Scheinaufträge (die dann storniert werden) oder Käufe/Verkäufe mit Absicht falsche Signale an die Handelsplätze senden, um den Preis zu bewegen, 
    • Täuschen/Pushen
      beispielsweise in Foren oder über Newsportale etc. Informationen verbreiten, die falsch oder irreführend sind, um den Preis zu manipulieren, 
    • abgesprochene Geschäfte. 
Als Trader sollte man alles vermeiden, das auch nur den Anschein für Marktmissbrauch oder Manipulationsversuche vermitteln könnte. Einmal in Verdacht, kommt auch ein Unschuldiger kaum ohne Kosten und Zeitaufwand wieder aus dem Schlamassel.

Apropos Verjährung:
Die Gefängnisstrafe verjährt 5 Jahre nach der Straftat, die Bußgeldstrafe 3 Jahre nach Straftat. Ist ein Verfahren jedoch angestoßen, verlängert sich die Verjährung.

Trading-Plattformen

Einige Trading-Plattformen bieten ihren Kunden anlässlich der Änderungen Webinare zum Thema Marktmanipulation an. So laden sie beispielsweise Anwälte ein, die auf das Wertpapierhandelsgesetz, Finanzdienstleistungen, Wirtschafts- und Vertragsrecht sowie Strafrecht spezialisiert sind und die Auswirkungen der Änderungen auf das Trading detaillierter erläutern können. Dort können Trader auch Fragen stellen, wenn sie sich unsicher sind, ob ein bestimmtes Verhalten als Manipulation ausgelegt werden könnte - denn schon der Verdacht kann zum teuren Ärgernis werden.

Gesetzliche Grundlagen

Verordnung (EU) Nr. 596/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 über Marktmissbrauch ...

Richtlinie 2014/57/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 (Amtsblatt der Europäischen Union)

Weitere Informationen
Marktmanipulation (BaFin)

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Eva Schumann
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Dienstag, 12. April 2016

Von Zinsen unabhängige Geldanlage

Heute kam die Nachricht, dass Deutschland aufgrund seiner guten Bonität und der EZB-Politik auf seine Schulden keine Zinsen mehr bezahlen muss. Was den Finanzminister freut, ist für die deutschen Sparer, die ebenfalls kaum noch eine Verzinsung auf ihr gespartes Geld bekommen, weniger erfreulich. Welche zinsunabhängigen Alternativen zum Spargeld hat man als Privatanleger und was ist zu bedenken?
Wohin mit dem Ersparten in Zeiten von Nullzinspolitik?
Geld als Bargeld aufzubewahren ist risikoreich: Das Geld kann gestohlen werden oder bei einem Wohnungsbrand in Rauch aufgehen. Geld als "Sparanlage" auf dem Sparbuch, als Guthaben auf dem Girokonto oder als Tagesgeld oder Festgeld anzulegen, bringt derzeit so gut wie keine Zinsen, sogar ein Minuszins ist als Folge der derzeitigen Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) im Gespräch. Ähnliches gilt auch für die sogenannten Rentenpapiere, also Staatsanleihen und Unternehmensanleihen, denn auch die sind derzeit niedriger verzinst (Die Umlaufrendite deutscher Bundesanleihen war am Montag erstmals auf null Prozent gefallen). Zwar haben wir das Glück, dass die Inflation derzeit sehr niedrig ist und der Wert des Geldes nicht auch noch durch die Inflation aufgefressen wird, trotzdem ist die Situation für Anleger unbefriedigend. Wie kann man sein Erspartes/Geld denn überhaupt noch vermehren?

Zinsunabhängige Geldanlage

In Börsensendungen wird nun oft eine zinsunabhängige Geldanlage vorgeschlagen. Aber was ist damit gemeint?

Mit der zinsunabhängigen Geldanlage ist vor allem die Anlage in Aktien und Aktienfonds gemeint. Bei ihnen kommt die Rendite (Geldvermehrung, "Verzinsung") durch die Dividende (jährliche [Teil-] Gewinnausschüttung an die Aktionäre) sowie durch die Kurssteigerung (der Verkaufspreis an der Börse am Ende sollte höher als der Einkaufspreis sein) zustande. Historisch gesehen werden mit Aktien und Aktienfonds, die auf mittlere bis lange Sicht gekauft werden, oft überdurchschnittlich hohe Renditen erzielt. Allerdings nicht mit jeder Aktie und nicht zu jedem Zeitpunkt des Ankaufes und Verkaufes.

Zu bedenken ist, dass die Geldanlage in Aktien und Aktienfonds zwar chancenreicher, aber auch risikoreicher ist, was mit Streuung zwar reduziert, aber nicht komplett ausgeschlossen werden kann.

Da der Wert (Preis, Kurs) von Aktien stark schwanken kann, braucht man einen langen Anlagehorizont für diese Geldanlage, das bedeutet: Man darf auf das Geld in den nächsten Jahren nicht angewiesen sein.

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Tipp: Lieber nicht auf Kredit spekulieren
Zwar sind derzeit auch die Kreditzinsen vergleichsweise niedrig, aber das sollte nicht dazu verlocken, auf Kredit mit Aktien zu spekulieren. Kommt es zu einer Börsenkorrektur, juckt das einen Anleger, der nur eigenes Geld langfristig angelegt hat, gar nicht, denn irgendwann geht die Börse auch wieder nach oben. Wenn der Anleger auf Kredit spekuliert, ist der Kredit bei einem Börsencrash nicht mehr durch das Depot gedeckt und die Bank zwangsverkauft einen Teil oder alle Aktien - zu diesem Zeitpunkt meist weit unter Wert! Was an Aktien durch die Bank verkauft und zur Kreditminderung benutzt wurde, ist für immer weg und kann nicht mehr im Wert steigen.

Tipp: Liquidität nicht aus den Augen verlieren
Trotz der besseren Chancen sollte man nicht all sein Geld in zinsunabhängige Geldanlagen stecken, da sie großen Wertschwankungen unterliegen - und wenn man aus einer persönlichen Notlage heraus solche Anlagen zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen muss, ist das Geld wirklich verloren und die Jahre des Sparens zuvor waren vergebens. Man muss also doch immer eine gewisse liquide Reserve haben (für Reparaturen, für zu ersetzende Haushaltsgeräte, für den Jobverlust, Zahnersatz, die Zahnspangen der Kinder etc.). Diese Liquidität bietet einem aber nur Bargeld und Spargeld (einschließlich Tagesgeld und Festgeld) - Anlagen, die wenig schwanken und schnell verkauft werden können.

Ein paar Gedanken zu Betongold
Es heißt oft, Immobilien und Immobilienfonds seien eine risikoarme Geldanlage. Aber tatsächlich ist die Wertentwicklung und Rendite eines Objektes von seiner Lage sowie von der Differenz zwischen dem Kauf- und dem Verkaufpreis abhängig. In Zeiten niedriger Zinsen trauen sich mehr Menschen als sonst an eine Baufinanzierung, was bedeutet, dass die Nachfrage (oft aber nur an bestimmten Standorten) steigt, die Wohnungen also immer teurer werden. Die Mieten steigen nicht unbedingt auch so stark, sodass das Abstottern schwierig werden kann. Je später jemand in so einer Boomphase in Immobilien einsteigt, desto schwieriger wird es für diesen Menschen, die Immobilie zu einem lohnenden Investment zu machen. Die niedrigen Zinsen dauern nun schon eine ganze Weile an, Vorsicht ist geboten!

Zum Thema Wohnen in der eigenen Immobilie: Heutzutage wird von vielen Arbeitnehmern und ihren Familien hohe Flexibilität erwartet - überlegen Sie daher vor dem Kauf: Was wird aus der Immobilie, wenn Sie in einen anderen Ort umziehen müssen oder wollen? Außerdem ist da immer auch das Risiko, dass man Ihnen eine Schnellstraße, einen Flughafen, eine Gasförderanlage oder sonst etwas in die Nähe Ihrer Immobilie setzt und sie daher nicht nur an Marktwert verliert, sondern für Sie als Selbstbewohner auch die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt werden kann.

Auch Trends verändern sich: War früher das Häuschen auf dem Lande eine beliebte und erfolgreiche Investition, wollen heute alle in die Stadt. Die Häuschen auf dem Lande, die etwas weiter von der Stadt weg liegen, verloren in den letzten Jahren oft enorm an Wert. Sicher kann sich der Trend auch wieder ändern, aber niemand weiß wann und wohin.

Statt sich also blind auf den Ruf des Betongoldes und die entsprechende Werbung der Branche zu verlassen, sollte man den Einzelfall der Anlage und die Gesamtsituation des individuellen Anlegers knallhart unter die Lupe nehmen.
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Krisenwährung Gold?
Gold wird gerne als Krisenwährung bezeichnet. Aber es ist absolut nicht so, dass der Goldpreis immer nur steigt, denn er ist wie die Aktienkurse von Angebot und Nachfrage abhängig. Der Goldpreis wird stark vom Ölpreis, vom Kurs des US-Dollars und vielem anderen beeinflusst.

Abschreckende Beispielentwicklungen:

  • 1996 stand der Goldpreis im Höchststand noch bei 416,25 US-Dollar pro Feinunze Gold, 1997 fiel er im Tiefststand bis auf 283 US-Dollar.
  • 2011 stand der Goldpreis im Höchststand bei 1.896,50 US-Dollar je Feinunze Gold, bis 2015 fiel er im Tiefststand bis auf 1048,30 US-Dollar.

Heute liegt der Preis pro Feinunze bei 1.259,98 US-Dollar - auch weit unter dem Höchststand von 2011.

Fazit: Wer zum falschen Zeitpunkt verkaufen muss, kann auch mit Gold viel Geld verlieren. Und niemand weiß, wohin die Entwicklung beim Gold überhaupt geht. Nur weil der Goldwert bisher - zumindest über große Zeiträume hinweg - gestiegen ist, muss das nicht immer so bleiben. Manches an der Zukunft ist nicht vorhersehbar.

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Freitag, 18. März 2016

Die niedrige Inflation gleicht die niedrigen Zinsen bei Tagesgeld und Festgeld weitgehend aus

Bei der Geldanlage geht es darum, den Wert des Geldes, das man gespart hat, zu vermehren oder wenigstens zu erhalten. Früher hat man gerne über die hohe Inflation gejammert, weil die Inflation die Zinsen von Festgeld, Tagesgeld und Sparbüchern ganz, teilweise oder auch noch die Substanz aufgefressen hat. Heute jammern wir über die niedrigen oder fehlenden Zinsen, haben aber das Glück der niedrigen Inflation. 

Die Zinsen, die Privatanleger auf Tagesgeld oder Festgeld bekommen, werden durch den Leitzins der Europäischen Zentralbank beeinflusst. Vereinfacht gesagt: Steigt der Leitzins, steigen auch die Zinsen auf Tagesgeld und Festgeld. Fällt der Leitzins, fallen auch die Zinsen für die Anleger.

Zwei Prinzipien der Geldanlage:
Je höher die Zinsen, desto schneller vermehrt sich das Geld.
Je höher die Inflationsrate, desto schneller steigen die Preise und umso schneller vermindert sich der Wert des Geldes (seine Kaufkraft).

2007:
Die Leitzinsen waren damals höher und auch die Zinsen für Festgeld. Aber auch die Inflation war höher. 

2007 betrug der Leitzins (genauer der Hauptrefinanzierungssatz der Europäischen Zentralbank, EZB) 3,5 bis 4,25 Prozent. Die Zinsen für Festgeld lagen etwas höher bei 4 bis 4,5 Prozent je nach Bank, Anlagebetrag und Laufzeit. Die Inflationsrate lag bei 2,3 Prozent (siehe Statista-Grafik).

Bei Festgeld hat die Inflation also einen guten Teil der Verzinsung aufgefressen. Wer Geld als Bargeld, auf dem unverzinsten Girokonto oder auf einem schlecht verzinsten Sparbuch mit einem Zinssatz von 0,75 gespart hat, hat jährlich einen schönen Teil seines Geldes an die Inflation verloren.

Heute:
Die Zinsen sind vernachlässigbar, solange es sich nicht um sehr große Beträge handelt. Die Inflation auch!

Der Leitzins wurde gerade auf 0 Prozent gesenkt. Der Zinssatz für Festgeld steht heute etwa bei 0,05 bis 1,2 Prozent (Laufzeit 1 Monat bis 5 Jahre, Mindestbetrag 2.500). Auch die Inflationsrate betrug im Februar 2016 0 Prozent.

Mit anderen Worten: Das Geld vermehrt sich zwar nicht gerade rasend, aber dafür nimmt auch seine Kaufkraft nicht ab.

Grafik: Die Inflation seit 1992 Statistik: Inflationsrate in Deutschland von 1992 bis 2015 (Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber Vorjahr) | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Geldanlagetipp:
Sollte Ihnen jemand eine wesentlich höhere als die aktuell übliche Rendite versprechen, müssen sie sich fragen, wieso. Die Antwort lautet immer: Weil niemand diesem Anbieter Geld für weniger Zins/Rendite gibt. Und dann sollten alle Alarmglocken angehen und Sie sich sofort fragen, wieso das ist! Die Antwort: Das Risiko ist bei ihm zu hoch!

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Ein Vorteil niedriger Leitzinsen liegt darin, dass man in dieser Zeit günstig Geld aufnehmen kann. Das gilt nicht für den Dispo-Kredit, da gehen die Banken kaum runter, wenn der Leitzins sinkt. Aber normale Darlehen bekommt man günstiger. Doch Vorsicht: Die Zeiten können sich auch wieder ändern und der Anschlusskredit für das Eigenheimdarlehen kann dann wesentlich teurer ausfallen. Außerdem sollte man aufpassen und nicht eventuell abgefahrenen Zügen (wie das "Betongold" es sein könnte) hinterherlaufen.

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Sonntag, 14. Februar 2016

Beste Geldanlage-Informationen für Privatanleger

Wer Geld anlegen möchte, braucht Informationen, muss sie bewerten, einordnen und entsprechend seiner Anlageplanung sowie ethischen Grundsätze Anlageentscheidungen treffen. Wo finden Geldanleger/Investoren die Informationen? 

Während Daytrader und Zocker sich mit jeder Nachricht, Entwicklung, Stimmung und Verstimmung, auseinandersetzen und mehr oder weniger erfolgreich versuchen, daraus Kapital zu schlagen, sollten langfristige Anleger zwar auch wirtschaftliche Zusammenhänge und die Anlegerpsychologie verstehen lernen - dann macht Geldanlage erst richtig Spaß -, aber sie müssen auch lernen, gelassen zu bleiben - weshalb sie sich in turbulenten Zeiten auch mal auf eine Nachrichtendiät setzen (einmal täglich Katastrophenmeldungen zu hören reicht). Wenn alle anderen, vor allem die kurzfristig agierenden Börsianer hysterisch werden, sollten sich langfristige Investoren (siehe Anlagetypen - Spekulieren vs. Investieren) nicht anstecken lassen.

Informationen für Geldanleger bieten viele:
  • Bücher
    wie Börse ganz einfach: So verdienen Sie mit!* oder Der Aktien- und Börsenführerschein* sind für Einsteiger hilfreich. Darüber hinaus finden sie Motivation und grundsätzliche Strategien zum Aufbau von Wohlstand in Büchern wie Der Weg zur finanziellen Freiheit* von Bodo Schäfer. Für fortgeschrittenere Anleger gibt es Bücher zu Spezialthemen wie Die besten Anlagestrategien aller Zeiten: Welche Investment-Methoden wirklich funktionieren!*.  
  • Anlegermagazine
    wie "Börse Online", "Finanztest", "Der Aktionär" u. a. vermitteln zwar auch Basiswissen, aber viele der Artikel und Tipps haben einen Bezug zur aktuellen Börsen- und Geldanlagesituation.
  • Ähnliches gilt für Online-Verbrauchermagazine, die sich auf die Geldanlage spezialisiert haben wie Finanztip und tinto-Geld (Informationsseiten, Börsenbegriffe, Börsen- und Geldblogs).
  • TV-Nachrichten allgemein und Börsen-TV
    wie die ARD Börse (und ihr Börsenblog), N-TV Telebörse oder Bloomberg TV (Englisch) im Speziellen versorgen Börsianer mit Informationen aus Politik, Wirtschaft, den Unternehmen und von den Börsen. Während Daytrader von morgens bis nachts an den Bildschirmen kleben, sollten Langfristige Anleger zwar auch einigermaßen aktuell informiert sein, um Kauf- und Verkaufsentscheidungen klug legen oder bei gravierenden Änderungen eventuell Umschichtungen vornehmen zu können, aber in der Regel können sie sich zurücklehnen und die Show genießen bzw. sich mit den Problemen selbst beschäftigen statt starr in Angst um ihr Geld zu verharren.
  • Spannende Einblicke geben Berichte von der Börse in sozialen Medien
    beispielsweise von Markus Koch, der auf Facebook über die New York Stock Exchange (NYSE) berichtet - zwar sind viele seiner Fans kurzfristige Anleger und Trader und auch er selbst tradet mit einem kleinen Teil seines Erspartens (der große Rest ist langfristig und konservativ angelegt). Aber was er erzählt, ist auch für andere interessant, u. a. um sachliche Zusammenhänge zwischen Politik, Wirtschaft und Börse sowie die Psychologie der Börse zu verstehen. Besonders die regelmäßigen Videos auf seiner Seite sind interessant und machen Spaß.
  • Unternehmen, die Geldanlageprodukte (Rohstoffkapitalanlagen, Fondsanteile, Aktien, Zertifikate oder Hebelprodukte) oder Anlageservices (Depotverwahrung und Broking) verkaufen wollen, bieten über Werbung und auf ihren Webseiten ebenfalls Informationen an.
  • Finanzportale
    wie Finanztreff und Onvista sind voller Informationen über Wertpapiere, Kurse, Unternehmensnachrichten, Analysen, etc. Dort kann man außerdem Musterdepots und Watchlisten anlegen.
  • Newsletter bieten meist eine Einschätzung der Ereignisse der vergangenen Tage und versuchen eine Vorausschau auf die nächsten Handelstage. Es gibt sie von Börsenspezialisten wie Markus Koch ebenso wie von allen Banken mit Broking, Fondsgesellschaften, Anlageberatern und vielen anderen. Dabei muss man vor allem bei Produktempfehlungen klar unterscheiden lernen, wer welche Empfehlungen aus welchem Grunde gibt.
Man kann all die Informationen zur Kenntnis nehmen, aber die Entscheidungen sollt man am Ende selbst treffen!

Haben Sie auch Lese- und Informationsbeschaffungsempfehlungen für langfristige Privatinvestoren?