Montag, 10. Oktober 2016

Geld verdienen mit dem Bitcoin

Bitcoin ist eine schon recht verbreitete, digitale Währung (Kryptowährung), die im Gegensatz zu Euro, US-Dollar und anderen Länderwährungen nicht von einer Regierung oder Zentralbank herausgegeben wird, sondern unabhängig ist. In manchen Online-Shops kann man mit Bitcoin bezahlen und man kann Bitcoin direkt Peer-zu-Peer überweisen - das Besondere: Man hat geringe bis keine Transaktionskosten. Aber kann man als Anleger mit dem Bitcoin auch Geld verdienen?

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Da der Bitcoin wie andere Währungen, Gold oder Wertpapiere Preisveränderungen unterliegt, kann man Bitcoin kaufen ("Bitcoin-Wechselstuben") und darauf hoffen, dass die Währung immer populärer wird und der Preis steigt. Wenn man sich den bisherigen Kursverlauf (chart seit 2009) anschaut, sieht man, dass der Kurs natürlich viel höher ist als zu Anfang bei der Ausgabe, aber auch, dass er extremen Schwankungen unterliegt - was aber auch bei manchen anderen Währungen, Gold sowie manchen Wertpapieren vorkommt. Der Bitcoin birgt also eine große Chance für Gewinn aber auch ein großes Risiko für Verlust. Wie erfolgreich man als Anleger ist, hängt vom Einstiegszeitpunkt, der nicht sicher vorhersehbaren Entwicklung und vom Ausstiegszeitpunkt ab. Deshalb kann man interessierten Anlegern nur dazu raten, Bitcoin als kleinen Bestandteil einer diversifizierten Geldanlage zu kaufen und nicht sein ganzes Erspartes zu riskieren.

Eine weitere Möglichkeit, mit Bitcoin Geld zu verdienen, ist es sie gegen mehr oder weniger hohe Zinsen Peer-to-Peer zu verleihen. Das geht über die Kreditplattform BitBond. Wie risikoreich das ist, hängt vom jeweiligen Kreditnehmer ab. Bei Krediten gilt aber grundsätzlich: Je mehr Zinsen jemand bereit ist, zu zahlen ist, desto weniger kreditwürdig ist er/sie für Banken (denn freiwillig zahlt niemand mehr Zinsen als er/sie muss) und desto höher ist das Risiko des Kreditgebers. Auch diese Art der "Investition" sollte nur einen kleinen Teil einer diversifizierten Geldanlage ausmachen, um das Risiko zu kontrollieren.

Ebenfalls viel Vorsicht ist geboten, wenn man in Neuausgaben ("Initial Coin Offerings") neuer (alternativer), digitaler Währungen investiert - und beispielsweise als Gegenleistung einen Anteil an einem Projekt erhält, denn hier sind leider auch schwarze Schafe unterwegs.

Mehr Informmationen


Samstag, 18. Juni 2016

Verhinderung der Marktmanipulation - die neue Marktmissbrauchsverordnung und die neue Marktmissbrauchsrichtlinie treten in Kraft

Wichtig vor allem für Trader

Kapitalmarktrecht - Werbelink zu Amazon.deSchon 2014 wurden die neue Marktmissbrauchsverordnung und die neue Marktmissbrauchsrichtlinie beschlossen, aber erst ab 3.7.2016 treten sie in Kraft. Sie sollen vor allem mit verstärkter Kontrolle und härteren Strafen dazu beitragen, die Marktmanipulation europaweit zu stoppen und die Anleger zu schützen.

Was ist neu:
  1. Prüfungspflicht der Banken (Marktmissbrauchsverordnung)
    Banken müssen Regelungen, Systeme und Verfahren zur Aufdeckung von Marktmanipulationen schaffen. Das heißt, sie müssen aktiv das Verhalten ihrer Kunden überwachen (vermutlich per Software) und verdächtige Transaktionen herausfiltern. Wenn sich dann bei der Prüfung durch einen Menschen, beispielsweise eines Bankangestellten, der Verdacht erhärtet, muss die Bank die Marktmanipulation an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) melden - das nennt sich Verdachtsanzeige. Die BaFin überprüft die Verdachtsanzeige und gibt den Fall dann zur weiteren Ermittlung an die Staatsanwaltschaft. Der Verdächtige erfährt als letzter davon.

    Kommen Banken ihrer Prüfungsverpflichtung nicht nach, bekommen sie selbst Probleme. Deshalb werden sie sich im Zweifel für die Verdachtsanzeige entscheiden!

    Jede Art von Transaktion bei jeder Art von Finanzinstrument ist betroffen.
  2. Härtere Sanktionen (Marktmissbrauchrichtlinie)
    Bei gewerblicher Handelstätigkeit (beispielsweise von berufsmäßigen Tradern) und bei vorsätzlicher Tathandlung beträgt das Strafmaß in besonders schweren Fällen mindestens 1 bis maximal 10 Jahre Haft (vorher maximal 5 Jahre oder Geldstrafe) oder bei leichtfertigen Verstößen von Einzelpersonen ein Bußgeld bis 5 Millionen Euro (vorher bis zu 1 Millionen), bei Konzernen ist das Bußgeld abhängig vom Konzernumsatz.

    Weitere mögliche Folgen beispielsweise für einen der Manipulation beschuldigten und dann überführten Trader sind die Vorteilsabschöpfung (der Staat bekommt das Geld, zur Absicherung wird möglicherweise das Konto sofort gepfändet), ein Berufsverbot sowie die Kündigung durch die Bank. Auch Sanktionen der Börsen sind nicht auszuschließen.

    Wichtig: Schon der Versuch ist strafbar (Versuchsstrafbarkeit).

     Als Trader sollte man unbedingt sein eigenes Verhalten überprüfen. Nicht erlaubt sind
    • Bluffen
      durch Scheinaufträge (die dann storniert werden) oder Käufe/Verkäufe mit Absicht falsche Signale an die Handelsplätze senden, um den Preis zu bewegen, 
    • Täuschen/Pushen
      beispielsweise in Foren oder über Newsportale etc. Informationen verbreiten, die falsch oder irreführend sind, um den Preis zu manipulieren, 
    • abgesprochene Geschäfte. 
Als Trader sollte man alles vermeiden, das auch nur den Anschein für Marktmissbrauch oder Manipulationsversuche vermitteln könnte. Einmal in Verdacht, kommt auch ein Unschuldiger kaum ohne Kosten und Zeitaufwand wieder aus dem Schlamassel.

Apropos Verjährung:
Die Gefängnisstrafe verjährt 5 Jahre nach der Straftat, die Bußgeldstrafe 3 Jahre nach Straftat. Ist ein Verfahren jedoch angestoßen, verlängert sich die Verjährung.

Trading-Plattformen

Einige Trading-Plattformen bieten ihren Kunden anlässlich der Änderungen Webinare zum Thema Marktmanipulation an. So laden sie beispielsweise Anwälte ein, die auf das Wertpapierhandelsgesetz, Finanzdienstleistungen, Wirtschafts- und Vertragsrecht sowie Strafrecht spezialisiert sind und die Auswirkungen der Änderungen auf das Trading detaillierter erläutern können. Dort können Trader auch Fragen stellen, wenn sie sich unsicher sind, ob ein bestimmtes Verhalten als Manipulation ausgelegt werden könnte - denn schon der Verdacht kann zum teuren Ärgernis werden.

Gesetzliche Grundlagen

Verordnung (EU) Nr. 596/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 über Marktmissbrauch ...

Richtlinie 2014/57/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 (Amtsblatt der Europäischen Union)

Weitere Informationen
Marktmanipulation (BaFin)

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Eva Schumann
BoD, Norderstedt













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Dienstag, 12. April 2016

Von Zinsen unabhängige Geldanlage

Heute kam die Nachricht, dass Deutschland aufgrund seiner guten Bonität und der EZB-Politik auf seine Schulden keine Zinsen mehr bezahlen muss. Was den Finanzminister freut, ist für die deutschen Sparer, die ebenfalls kaum noch eine Verzinsung auf ihr gespartes Geld bekommen, weniger erfreulich. Welche zinsunabhängigen Alternativen zum Spargeld hat man als Privatanleger und was ist zu bedenken?
Wohin mit dem Ersparten in Zeiten von Nullzinspolitik?
Geld als Bargeld aufzubewahren ist risikoreich: Das Geld kann gestohlen werden oder bei einem Wohnungsbrand in Rauch aufgehen. Geld als "Sparanlage" auf dem Sparbuch, als Guthaben auf dem Girokonto oder als Tagesgeld oder Festgeld anzulegen, bringt derzeit so gut wie keine Zinsen, sogar ein Minuszins ist als Folge der derzeitigen Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) im Gespräch. Ähnliches gilt auch für die sogenannten Rentenpapiere, also Staatsanleihen und Unternehmensanleihen, denn auch die sind derzeit niedriger verzinst (Die Umlaufrendite deutscher Bundesanleihen war am Montag erstmals auf null Prozent gefallen). Zwar haben wir das Glück, dass die Inflation derzeit sehr niedrig ist und der Wert des Geldes nicht auch noch durch die Inflation aufgefressen wird, trotzdem ist die Situation für Anleger unbefriedigend. Wie kann man sein Erspartes/Geld denn überhaupt noch vermehren?

Zinsunabhängige Geldanlage

In Börsensendungen wird nun oft eine zinsunabhängige Geldanlage vorgeschlagen. Aber was ist damit gemeint?

Mit der zinsunabhängigen Geldanlage ist vor allem die Anlage in Aktien und Aktienfonds gemeint. Bei ihnen kommt die Rendite (Geldvermehrung, "Verzinsung") durch die Dividende (jährliche [Teil-] Gewinnausschüttung an die Aktionäre) sowie durch die Kurssteigerung (der Verkaufspreis an der Börse am Ende sollte höher als der Einkaufspreis sein) zustande. Historisch gesehen werden mit Aktien und Aktienfonds, die auf mittlere bis lange Sicht gekauft werden, oft überdurchschnittlich hohe Renditen erzielt. Allerdings nicht mit jeder Aktie und nicht zu jedem Zeitpunkt des Ankaufes und Verkaufes.

Zu bedenken ist, dass die Geldanlage in Aktien und Aktienfonds zwar chancenreicher, aber auch risikoreicher ist, was mit Streuung zwar reduziert, aber nicht komplett ausgeschlossen werden kann.

Da der Wert (Preis, Kurs) von Aktien stark schwanken kann, braucht man einen langen Anlagehorizont für diese Geldanlage, das bedeutet: Man darf auf das Geld in den nächsten Jahren nicht angewiesen sein.

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Tipp: Lieber nicht auf Kredit spekulieren
Zwar sind derzeit auch die Kreditzinsen vergleichsweise niedrig, aber das sollte nicht dazu verlocken, auf Kredit mit Aktien zu spekulieren. Kommt es zu einer Börsenkorrektur, juckt das einen Anleger, der nur eigenes Geld langfristig angelegt hat, gar nicht, denn irgendwann geht die Börse auch wieder nach oben. Wenn der Anleger auf Kredit spekuliert, ist der Kredit bei einem Börsencrash nicht mehr durch das Depot gedeckt und die Bank zwangsverkauft einen Teil oder alle Aktien - zu diesem Zeitpunkt meist weit unter Wert! Was an Aktien durch die Bank verkauft und zur Kreditminderung benutzt wurde, ist für immer weg und kann nicht mehr im Wert steigen.

Tipp: Liquidität nicht aus den Augen verlieren
Trotz der besseren Chancen sollte man nicht all sein Geld in zinsunabhängige Geldanlagen stecken, da sie großen Wertschwankungen unterliegen - und wenn man aus einer persönlichen Notlage heraus solche Anlagen zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen muss, ist das Geld wirklich verloren und die Jahre des Sparens zuvor waren vergebens. Man muss also doch immer eine gewisse liquide Reserve haben (für Reparaturen, für zu ersetzende Haushaltsgeräte, für den Jobverlust, Zahnersatz, die Zahnspangen der Kinder etc.). Diese Liquidität bietet einem aber nur Bargeld und Spargeld (einschließlich Tagesgeld und Festgeld) - Anlagen, die wenig schwanken und schnell verkauft werden können.

Ein paar Gedanken zu Betongold
Es heißt oft, Immobilien und Immobilienfonds seien eine risikoarme Geldanlage. Aber tatsächlich ist die Wertentwicklung und Rendite eines Objektes von seiner Lage sowie von der Differenz zwischen dem Kauf- und dem Verkaufpreis abhängig. In Zeiten niedriger Zinsen trauen sich mehr Menschen als sonst an eine Baufinanzierung, was bedeutet, dass die Nachfrage (oft aber nur an bestimmten Standorten) steigt, die Wohnungen also immer teurer werden. Die Mieten steigen nicht unbedingt auch so stark, sodass das Abstottern schwierig werden kann. Je später jemand in so einer Boomphase in Immobilien einsteigt, desto schwieriger wird es für diesen Menschen, die Immobilie zu einem lohnenden Investment zu machen. Die niedrigen Zinsen dauern nun schon eine ganze Weile an, Vorsicht ist geboten!

Zum Thema Wohnen in der eigenen Immobilie: Heutzutage wird von vielen Arbeitnehmern und ihren Familien hohe Flexibilität erwartet - überlegen Sie daher vor dem Kauf: Was wird aus der Immobilie, wenn Sie in einen anderen Ort umziehen müssen oder wollen? Außerdem ist da immer auch das Risiko, dass man Ihnen eine Schnellstraße, einen Flughafen, eine Gasförderanlage oder sonst etwas in die Nähe Ihrer Immobilie setzt und sie daher nicht nur an Marktwert verliert, sondern für Sie als Selbstbewohner auch die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt werden kann.

Auch Trends verändern sich: War früher das Häuschen auf dem Lande eine beliebte und erfolgreiche Investition, wollen heute alle in die Stadt. Die Häuschen auf dem Lande, die etwas weiter von der Stadt weg liegen, verloren in den letzten Jahren oft enorm an Wert. Sicher kann sich der Trend auch wieder ändern, aber niemand weiß wann und wohin.

Statt sich also blind auf den Ruf des Betongoldes und die entsprechende Werbung der Branche zu verlassen, sollte man den Einzelfall der Anlage und die Gesamtsituation des individuellen Anlegers knallhart unter die Lupe nehmen.

Krisenwährung Gold?
Gold wird gerne als Krisenwährung bezeichnet. Aber es ist absolut nicht so, dass der Goldpreis immer nur steigt, denn er ist wie die Aktienkurse von Angebot und Nachfrage abhängig. Der Goldpreis wird stark vom Ölpreis, vom Kurs des US-Dollars und vielem anderen beeinflusst.

Abschreckende Beispielentwicklungen:

  • 1996 stand der Goldpreis im Höchststand noch bei 416,25 US-Dollar pro Feinunze Gold, 1997 fiel er im Tiefststand bis auf 283 US-Dollar.
  • 2011 stand der Goldpreis im Höchststand bei 1.896,50 US-Dollar je Feinunze Gold, bis 2015 fiel er im Tiefststand bis auf 1048,30 US-Dollar.

Heute liegt der Preis pro Feinunze bei 1.259,98 US-Dollar - auch weit unter dem Höchststand von 2011.

Fazit: Wer zum falschen Zeitpunkt verkaufen muss, kann auch mit Gold viel Geld verlieren. Und niemand weiß, wohin die Entwicklung beim Gold überhaupt geht. Nur weil der Goldwert bisher - zumindest über große Zeiträume hinweg - gestiegen ist, muss das nicht immer so bleiben. Manches an der Zukunft ist nicht vorhersehbar.

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Freitag, 18. März 2016

Die niedrige Inflation gleicht die niedrigen Zinsen bei Tagesgeld und Festgeld weitgehend aus

Bei der Geldanlage geht es darum, den Wert des Geldes, das man gespart hat, zu vermehren oder wenigstens zu erhalten. Früher hat man gerne über die hohe Inflation gejammert, weil die Inflation die Zinsen von Festgeld, Tagesgeld und Sparbüchern ganz, teilweise oder auch noch die Substanz aufgefressen hat. Heute jammern wir über die niedrigen oder fehlenden Zinsen, haben aber das Glück der niedrigen Inflation. 

Die Zinsen, die Privatanleger auf Tagesgeld oder Festgeld bekommen, werden durch den Leitzins der Europäischen Zentralbank beeinflusst. Vereinfacht gesagt: Steigt der Leitzins, steigen auch die Zinsen auf Tagesgeld und Festgeld. Fällt der Leitzins, fallen auch die Zinsen für die Anleger.

Zwei Prinzipien der Geldanlage:
Je höher die Zinsen, desto schneller vermehrt sich das Geld.
Je höher die Inflationsrate, desto schneller steigen die Preise und umso schneller vermindert sich der Wert des Geldes (seine Kaufkraft).

2007:
Die Leitzinsen waren damals höher und auch die Zinsen für Festgeld. Aber auch die Inflation war höher. 

2007 betrug der Leitzins (genauer der Hauptrefinanzierungssatz der Europäischen Zentralbank, EZB) 3,5 bis 4,25 Prozent. Die Zinsen für Festgeld lagen etwas höher bei 4 bis 4,5 Prozent je nach Bank, Anlagebetrag und Laufzeit. Die Inflationsrate lag bei 2,3 Prozent (siehe Statista-Grafik).

Bei Festgeld hat die Inflation also einen guten Teil der Verzinsung aufgefressen. Wer Geld als Bargeld, auf dem unverzinsten Girokonto oder auf einem schlecht verzinsten Sparbuch mit einem Zinssatz von 0,75 gespart hat, hat jährlich einen schönen Teil seines Geldes an die Inflation verloren.

Heute:
Die Zinsen sind vernachlässigbar, solange es sich nicht um sehr große Beträge handelt. Die Inflation auch!

Der Leitzins wurde gerade auf 0 Prozent gesenkt. Der Zinssatz für Festgeld steht heute etwa bei 0,05 bis 1,2 Prozent (Laufzeit 1 Monat bis 5 Jahre, Mindestbetrag 2.500). Auch die Inflationsrate betrug im Februar 2016 0 Prozent.

Mit anderen Worten: Das Geld vermehrt sich zwar nicht gerade rasend, aber dafür nimmt auch seine Kaufkraft nicht ab.

Grafik: Die Inflation seit 1992 Statistik: Inflationsrate in Deutschland von 1992 bis 2015 (Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber Vorjahr) | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Geldanlagetipp:
Sollte Ihnen jemand eine wesentlich höhere als die aktuell übliche Rendite versprechen, müssen sie sich fragen, wieso. Die Antwort lautet immer: Weil niemand diesem Anbieter Geld für weniger Zins/Rendite gibt. Und dann sollten alle Alarmglocken angehen und Sie sich sofort fragen, wieso das ist! Die Antwort: Das Risiko ist bei ihm zu hoch!



Ein Vorteil niedriger Leitzinsen liegt darin, dass man in dieser Zeit günstig Geld aufnehmen kann. Das gilt nicht für den Dispo-Kredit, da gehen die Banken kaum runter, wenn der Leitzins sinkt. Aber normale Darlehen bekommt man günstiger. Doch Vorsicht: Die Zeiten können sich auch wieder ändern und der Anschlusskredit für das Eigenheimdarlehen kann dann wesentlich teurer ausfallen. Außerdem sollte man aufpassen und nicht eventuell abgefahrenen Zügen (wie das "Betongold" es sein könnte) hinterherlaufen.

Weitere Informationen

Sonntag, 14. Februar 2016

Beste Geldanlage-Informationen für Privatanleger

Wer Geld anlegen möchte, braucht Informationen, muss sie bewerten, einordnen und entsprechend seiner Anlageplanung sowie ethischen Grundsätze Anlageentscheidungen treffen. Wo finden Geldanleger/Investoren die Informationen? 

Börse ganz einfach - Werbelink zu Amazon.de Während Daytrader und Zocker sich mit jeder Nachricht, Entwicklung, Stimmung und Verstimmung, auseinandersetzen und mehr oder weniger erfolgreich versuchen, daraus Kapital zu schlagen, sollten langfristige Anleger zwar auch wirtschaftliche Zusammenhänge und die Anlegerpsychologie verstehen lernen - dann macht Geldanlage erst richtig Spaß -, aber sie müssen auch lernen, gelassen zu bleiben - weshalb sie sich in turbulenten Zeiten auch mal auf eine Nachrichtendiät setzen (einmal täglich Katastrophenmeldungen zu hören reicht). Wenn alle anderen, vor allem die kurzfristig agierenden Börsianer hysterisch werden, sollten sich langfristige Investoren (siehe Anlagetypen - Spekulieren vs. Investieren) nicht anstecken lassen.

Informationen für Geldanleger bieten viele:
  • Bücher
    wie Börse ganz einfach: So verdienen Sie mit!* oder Der Aktien- und Börsenführerschein* sind für Einsteiger hilfreich. Darüber hinaus finden sie Motivation und grundsätzliche Strategien zum Aufbau von Wohlstand in Büchern wie Der Weg zur finanziellen Freiheit* von Bodo Schäfer. Für fortgeschrittenere Anleger gibt es Bücher zu Spezialthemen wie Die besten Anlagestrategien aller Zeiten: Welche Investment-Methoden wirklich funktionieren!*.  
  • Anlegermagazine
    wie "Börse Online", "Finanztest", "Der Aktionär" u. a. vermitteln zwar auch Basiswissen, aber viele der Artikel und Tipps haben einen Bezug zur aktuellen Börsen- und Geldanlagesituation.
  • Ähnliches gilt für Online-Verbrauchermagazine, die sich auf die Geldanlage spezialisiert haben wie Finanztip und tinto-Geld (Informationsseiten, Börsenbegriffe, Börsen- und Geldblogs).
  • TV-Nachrichten allgemein und Börsen-TV
    wie die ARD Börse (und ihr Börsenblog), N-TV Telebörse oder Bloomberg TV (Englisch) im Speziellen versorgen Börsianer mit Informationen aus Politik, Wirtschaft, den Unternehmen und von den Börsen. Während Daytrader von morgens bis nachts an den Bildschirmen kleben, sollten Langfristige Anleger zwar auch einigermaßen aktuell informiert sein, um Kauf- und Verkaufsentscheidungen klug legen oder bei gravierenden Änderungen eventuell Umschichtungen vornehmen zu können, aber in der Regel können sie sich zurücklehnen und die Show genießen bzw. sich mit den Problemen selbst beschäftigen statt starr in Angst um ihr Geld zu verharren.
  • Spannende Einblicke geben Berichte von der Börse in sozialen Medien
    beispielsweise von Markus Koch, der auf Facebook über die New York Stock Exchange (NYSE) berichtet - zwar sind viele seiner Fans kurzfristige Anleger und Trader und auch er selbst tradet mit einem kleinen Teil seines Erspartens (der große Rest ist langfristig und konservativ angelegt). Aber was er erzählt, ist auch für andere interessant, u. a. um sachliche Zusammenhänge zwischen Politik, Wirtschaft und Börse sowie die Psychologie der Börse zu verstehen. Besonders die regelmäßigen Videos auf seiner Seite sind interessant und machen Spaß.
  • Unternehmen, die Geldanlageprodukte (Rohstoffkapitalanlagen, Fondsanteile, Aktien, Zertifikate oder Hebelprodukte) oder Anlageservices (Depotverwahrung und Broking) verkaufen wollen, bieten über Werbung und auf ihren Webseiten ebenfalls Informationen an.
  • Finanzportale
    wie Finanztreff und Onvista sind voller Informationen über Wertpapiere, Kurse, Unternehmensnachrichten, Analysen, etc. Dort kann man außerdem Musterdepots und Watchlisten anlegen.
  • Newsletter bieten meist eine Einschätzung der Ereignisse der vergangenen Tage und versuchen eine Vorausschau auf die nächsten Handelstage. Es gibt sie von Börsenspezialisten wie Markus Koch ebenso wie von allen Banken mit Broking, Fondsgesellschaften, Anlageberatern und vielen anderen. Dabei muss man vor allem bei Produktempfehlungen klar unterscheiden lernen, wer welche Empfehlungen aus welchem Grunde gibt.
Man kann all die Informationen zur Kenntnis nehmen, aber die Entscheidungen sollt man am Ende selbst treffen!

Haben Sie auch Lese- und Informationsbeschaffungsempfehlungen für langfristige Privatinvestoren?

Dienstag, 18. August 2015

Mit Crowdinvesting in Start-ups investieren

Bisher konnten Privatanleger mit wenig Kapital nur zuschauen, wenn Beteiligungsgesellschaften mit ihrem Beteiligungskapital (Private Equity) bzw. Wagniskapital (Venture Capital) Anteile an jungen Unternehmen erwarben und diese Anteile später mit Gewinn verkauften - zumindest, wenn es gut lief, was bei risikoreichen Anlagen nicht sicher ist. Crowdinvesting (anlageorientiertes Crowdfunding) bietet nun auch Privatanlegern die Möglichkeit, früh in junge Unternehmen mit Kapitalbedarf zu investieren und an deren Erfolg oder Misserfolg beteiligt zu werden. Dank des neuen Kleinanlegerschutzgesetzes ist Crowdinvesting nun auch transparenter.

Crowdfunding steht für die Finanzierung durch viele (Schwarmfinanzierung). Per Crowdfunding konnten 2014 in Deutschland 140 Millionen Euro aufgebracht werden, in Europa insgesamt 2.957 Millionen Euro.

Anlageorientiertes Crowdfunding (Crowdinvesting, Equity-based Crowdfunding)

Beim "klassischen" Crowdfunding finanzieren die Geldgeber eine Idee und erhalten als Gegenleistung ein Dankeschön (Spenden-Crowdfunding) oder nur einen symbolischen Wert zur Belohnung (Rewarded Crowdfunding) - beide zusammen konnten 2014 in Deutschland 23 Mio. Euro einsammeln. Beim Crowdlending werden auf Online-Kredit-Plattformen Peer-to-Peer-Kredite (P2P-Kredite) vereinbart - im Jahre 2014 betrug das Volumen in Deutschland 87 Millionen Euro.

Beim Crowdinvesting dagegen investieren viele Anleger in ein Start-up-Unternehmen oder ein Projekt, dem es an Kapital fehlt oder das als junges Unternehmen ohne Sicherheiten oft keine andere Möglichkeit hat, an einen Kredit zu kommen.

In Deutschland wurden im Jahr 2014 29,8 Millionen Euro als anlageorientertes Crowdfunding (Crowdinvesting) für die Finanzierung von Start-ups, neuer Geschäftsideen, junger Wachstumsunternehmen, Green Tech, erneuerbarer Energien und Immobilienprojekte eingesammelt.

Crowdinvesting bietet Investoren schon zu einem frühen Zeitpunkt in Start-ups mit Kapitalbedarf einsteigen. Im Gegenzug beteiligen die Start-ups oder andere Investmentprojekte die Darlehensgeber
  • an ihren Gewinnen, 
  • am Erlös im Falle des Verkaufs 
  • und/oder sie zahlen einen festen Zins.
Ein weiterer Vorteil für das kapitalsuchende Unternehmen: Es gewinnt nicht nur Geldgeber, sondern schafft eine Community von möglichen Multiplikatoren.

Crowdinvesting-Plattformen mit standardisierten Prozessen und Unterlagen (Beispiele):

  • Seedmatch Crowdfunding für Startups
    Investitionen sind schon ab 250 Euro möglich. Wer investiert (natürliche Person oder Gesellschaft) erhält Zugang auf einen geschützten Investor-Relations-Bereich. Kapitalsuchende Unternehmen finden praktische Unterstützung, beispielsweise eine Pitch-Deck-Vorlage, die sie nur anpassen müssen. Seedmatch erhält 5 bis 10 Prozent Provision der Finanzierungssumme. Zu Seedmatch gehören auch
    • Econeers
      Geld für Energiewende-Projekte, Rechtsform: patriarchisches Nachrangdarlehen
    • Mezzany Projektfinanzierung für Immobilien
      Crowdbonds, verbriefte Wertpapiere (kommen ins Depot)
  • Fundsters  
  • Companisto  
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Kleinanlegerschutzgesetz (KASG)

Seit 10. Juli 2015 ist das Kleinanlegerschutzgesetz in Kraft. Damit soll der graue Markt transparenter werden. Der graue Markt ist ein Marktsegment für Anlageprodukte, die nicht über die (regulierte) Börse gehandelt werden. Beim Kleinanlegerschutzgesetz geht es vor allem darum, Privatanlegern die Risiken der am grauen Markt angebotenen Geldanlageprodukte bewusster zu machen, nachdem sie in den vergangenen Jahren wegen fehlendem Risikobewusstsein viel Geld - oft aus Idealismus - investiert und dann verloren haben (Stichwort Prokon).

Bei Crowdinvesting handelt es sich rechtlich meist um partiarische Nachrangdarlehen. Das sind Darlehen, bei dem der Darlehensgeber (Investor) über eine Gewinnbeteiligung entschädigt wird. Der Darlehensgeber hat keinerlei Mitspracherecht (im Gegensatz zu den Investoren in normale Stammaktien von Aktiengesellschaften).

Die partiarischen Nachrangdarlehen zählen seit dem 10. Juli 2015 als Vermögensanlage. Das bedeutet: Der, der sich damit Geld beschaffen will, muss ab einer Fundingsumme von 2,5 Millionen Euro einen Wertpapierprospekt erstellen. Außerdem muss die Online-Werbung für Crowdinvesting-Projekte mit einem Warnhinweis auf das Risiko einer solchen Anlage versehen werden. Umgekehrt müssen Investoren, die mehr als 1.000 Euro investieren wollen, eine Selbstauskunft geben und das Vermögensanlagen-Informationsblattes, eine Zusammenfassung des Crowdfundingprojektes, elektronisch bestätigen.

Risiko von Nachrangdarlehen

Investitionen in Start-ups und Wachstumsunternehmen sind Risikoinvestments. Im schlechtesten Fall besteht die Gefahr des Verlustes der gesamten Investition. Nachrangdarlehen stehen bei einer Pleite hinter den Ansprüchen anderer Gläubiger. Eine Nachschusspflicht besteht bei Nachrangdarlehen jedoch nicht.

Das Risiko eines solchen Investments kann vermindert werden, indem man nur einen kleinen Teil seines Geldes auf diese Art investiert und es außerdem auf mehrere Start-ups/Projekte verteilt.

Mehr Informationen


Donnerstag, 18. Juni 2015

Einhörner in Europa - wer sind die Milliarden-Dollar-Start-up-Unternehmen?

Als Einhörner werden Start-up-Unternehmen bezeichnet, die mit über einer Milliarde US-Dollar bewertet werden. Von amerikanischen Einhörnern wird viel geredet, aber es gibt auch europäische – sogar vier in Deutschland. Das Investment- und Beratungsunternehmen GP Bullhound hat Technologie-Start-ups, die 2000 oder später gegründet wurden und ihren Hauptsitz in Europa haben, analysiert und Einhörner identifiziert.

Insgesamt hat GP Bullhound 40 europäische Einhörner ausgemacht. Das heißt: Seit der Untersuchung im Jahr davor sind es 10 mehr geworden – eigentlich 13, aber 3 sind aus dem Klub ausgeschieden.

Das wertvollste europäische Einhorn ist Skype mit einer Bewertung von etwa 8,5 Milliarden US-Dollar. Fast gleichauf liegt Spotify. Beide Unternehmen haben ihren Hauptsitz in Schweden. An dritter Stelle der Einhörner steht einer der Neulinge: Rocket Internet aus Deutschland mit einer Bewertung von knapp 8 Milliarden US-Dollar.

Das europäische Land mit den meisten großen Tech-Start-ups (17) ist Großbritannien, gefolgt von Schweden mit 6 Einhörnern. Deutschland liegt an dritter Stelle mit insgesamt 4 Einhörnern.
  Infografik: Woher Europas große Tech-Startups kommen | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Die 40 europäischen großen Tech-Start-ups findet man hauptsächlich in den Bereichen eCommerce, Software, Marketplace und Finanztechnologie (Fintech), etwas seltener im Bereich Spiele und Unterhaltung. 32 von ihnen sind verbraucherfokussiert, 8 haben Unternehmen als Kunden.

Welche Einhörner, große Tech-Start-up-Unternehmen, gibt es Deutschland? 

Die vier deutschen Tech-Start-up-Unternehmen mit einer Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar sind:
  • Rocket Internet – mit knapp 8 Milliarden US-Dollar bewertet 
  • Zalando – mit etwa 6,9 Milliarden US-Dollar bewertet 
  • Delivery hero – mit über 2 Milliarden US-Dollar bewertet 
  • Home24 – mit über 1 Milliarde US-Dollar bewertet 
Bis auf Zalando sind die deutschen Tech-Start-up-Unternehmen erst seit Kurzen dabei.

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Wer sind die Investoren hinter den europäischen Einhörnern

GP Bullhound hat auch die hinter den Start-ups stehenden Investoren analysiert. An den meisten großen europäischen Tech-Start-ups sind europäische Investoren wie Index Ventures (10), Accel Partners (7), DST (6) und andere beteiligt. Acht Einhörner hatten amerikanische Start-up-Investoren.

Die neue Generation europäischer Einhörner hat jedenfalls wesentlich mehr Kapital generieren können als die vor ihnen.

Richtig beeindruckende Wertsteigerungen erreichen die Tech-Start-ups aber erst im Falle eines so genannten Liquidity Events, einer Verschmelzung mit einem anderen Unternehmen (Merger), einem Kauf, Verkauf oder dem Börsengang. Besonders erfolgreich sind da auf Endkunden ausgerichtete Tech-Start-ups im Vergleich zu Unternehmens-Tech-Start-ups.

Durchschnittlich vervierundfünfzigfacht sich das in die Einhörner investierte Kapital (Average Return of Investment: 54x).

Wer allerdings damit liebäugelt, selbst (direkt oder über Umwege) in Tech-Start-ups zu investieren, sollte sich bewusst sein, dass man vorher nie mit Sicherheit weiß, wo die Reise hingeht (die wenigsten Start-ups entwickeln sich zu Einhörnern), und dass es einen Grund dafür gibt, warum man in Start-up-Unternehmen investiertes Geld RISIKO-Kapital nennt.

Quelle und weitere Informationen